Download <'http://www.adobe.com/> Flash plugin

Mai 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Feb    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  
2007
August
25
von Maertl, in Kategorie Etappenziele, Sachsen, Computer, Allgemein

Ohne Zucker geht nichts. Das weiß man spätestens seit sich die Helden von Bern mit Traubenzucker zum Weltmeistertitel verhalfen. Und heute? Geht nichts mehr ohne MP3-Player. Kaum ein Jugendlicher traut sich noch ohne einen die feindselige Umwelt abschottenden Ohrenbetäuber aus dem Haus. Was liegt also näher, als diese beiden Elemente zu verbinden?

Dafür hat Sony jetzt eine Bio-Batterie erfunden, die aus Kohlenhydraten Energie erzeugt. Vier solcher Akkus würden ausreichen, einen MP3-Player zu betreiben, meint der japanische Elektronikkonzern. Ein Beutelchen Ersatz-Zuckerwürfel muss man aber vorerst nicht in der Hosentasche stecken haben. Denn ob diese Zucker-Batterie jemals auf den Markt kommt, ist noch völlig ungewiss. Genauso, ob die neuen Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden. Bis zum Jahr 2020 soll die Emission von Treibhausgasen um 35 bis 36 Prozent verringert werden.

Der Chiphersteller AMD sieht sich dabei als Vorreiter. Seit dem Jahr 2002 hat das Unternehmen seine Treibhausgasemissionen um mehr als 50 Prozent verringert. Bis 2010 sollen sie im Vergleich zu 2006 um weitere 33 Prozent gesenkt werden. Zwei direkt neben dem Produktionsort in Dresden angesiedelte Blockheizkraftwerke versorgen das Unternehmen durch Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung mit Elektroenergie, Wärme sowie heißem und kaltem Wasser. Seit 1999 konnte man so 640.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.

Weil auch die 3000 Mitarbeiter am Dresdner Standort zu umweltbewusstem Verhalten angehalten werden, war es kein Wunder, dass sich bei unserem gestrigen Besuch bei AMD große Menschentrauben um den EcoRider bildeten. Mittendrin Hans Deppe, Corporate Vice President und General Manager von AMD in Dresden, der den EcoRider schwungvoll signierte.

Ausgerechnet vor einer kleinen Tour-Pause, in der die Sun-Mitarbeiter Harald Gessner und Rolf Kersten den EcoRider für ein paar Tage durch die Lande steuern werden, musste ich noch meine Feuertaufe bestehen: mein erstes Fernsehinterview. Wer sehen möchte, wie jemand aussieht, der noch nicht recht weiß, wie er sich vor einer Kamera zu verhalten hat, muss nur hier nachschauen. Wenn es da mal nicht Kommentare voller Schadenfreude hagelt.

2007
August
23
10:29 Uhr

Von der Rolle

von Maertl, in Kategorie Brandenburg, Etappenziele, Allgemein

In dem italienischen Film “Cinema Paradiso” jagt der kleine Salvatore, der von einer goldenen Zukunft als Filmvorführer träumt, jedem im Vorführraum herumliegenden Filmschnipsel nach. Sie sind wertvoll für ihn, in ihnen verstecken sich Träume, Sehnsüchte und große Gefühle.

Und auch Energie. Vor allem in einer ganz bestimmten Filmrolle. Denn der Filmvorführer Alfredo hat alle Kuss-Szenen, die er auf Geheiß des Dorfpfarrers herausschneiden musste, aneinander geklebt und in einer einzigen Rolle vereint, die er Salvatore vermacht. So viel geballte Energie dürfte sich sonst auf kaum einer Rolle finden.

Außer vielleicht auf denen von Odersun in Frankfurt (Oder). Deren Rollen sehen zwar ähnlich aus wie Filmrollen, sind aber nicht aus Zelluloid, sondern aus Kupfer (wenn man’s ganz genau nimmt: aus Kupfer-Indium-Disulfid, einem der besten Halbleiter). Auch diese Rollen bleiben nicht ganz, sondern werden zerschnippelt, um Energie zu liefern. Das einen Zentimeter breite Kupferband kann in beliebig langen Streifen aneinander geklebt werden, so dass man Solarzellen jeglicher Form und Größe basteln kann.

Odersuns Fabrik “Sun One” in Frankfurt (Oder) steht noch ganz am Anfang, am 19. April 2007 begann man mit der Produktion von Dünnschichtsolarzellen und -modulen. Wenn sich die Fertigung eingespielt hat, sollen die in einem Jahr hergestellten Solarzellen aber eine Ausbeute von fünf Megawatt liefern. 6.000 Kilometer Kupferband müssten dazu von der Rolle laufen.

Mit Solartechnologie kann man aber nicht nur Dächer und Solarparks bestücken. Auch dem ganz normalen Reisenden kann sie helfen. Denn wie will man sein Handy oder seinen MP3-Player aufladen, wenn man wie ich sechs Wochen in einer stromlosen Region Indiens verbringt? Oder in Griechenland eine Woche am Strand schlafen will? Oder ganz einfach Wandern geht und vorher sein Handy nicht auflädt? Nun ja, ganz einfach indem man genau so eine Tasche dabei hat, wie sie mir gestern Odersun-Vorstand Ramin Lavae Mokhtari überreicht hat (erste Bilder vom Besuch sind hier zu sehen). Bestückt mit einem flexiblen (also biegbaren) Solarmodul ist “POGO Solar” in der Lage, kleine Elektrogeräte innerhalb weniger Stunden aufzuladen. Wohl dem, der immer eine tragbare Steckdose dabei hat.

2007
August
17
von Maertl, in Kategorie Allgemein

Louis Vuitton lässt derzeit nicht nur Michail Gorbatschow an der Berliner Restmauer für schicke Handtäschchen werben, sondern überlegt sich auch, wie man die Energiekosten (und die Mitarbeiter) besser im Griff haben kann. Durch gläserne Büros soll fünfmal weniger Strom verbraucht werden, wie die österreichische Frauenzeitschrift das investigative Fachmagazin „Wienerin“ herausgefunden hat. Gleichzeitig wird wohl der Pflanzenwuchs gefördert, weil sich die Mitarbeiter einen Sichtschutz heranzüchten werden. Der CO2- und der Firmen-Haushalt danken.

Der Mann mit dem grünen Daumen ist Jean-Marc Gallot, Louis Vuittons Europamanager. Verpönt sind in Zukunft auch Plastikbecher im Büro. Prosecco-Gläser sind aber noch erlaubt. Im Gegensatz zu Täschchen-Transporten mit dem Flugzeug: Die werden durch Seetransporte ersetzt. Das verhindert nicht gleich, dass Grönland zum Hotspot wird, ist aber immerhin ein Anfang. Nur einige von tausend Zeichen, dass auch in der Geschäftswelt ein Umdenken stattfindet.

NACH OBEN