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2007
August
29
von rolfk, in Kategorie On the Road again

Wer glaubt, nördlich des Harzes sei Deutschland flach, der täuscht sich. Gestern hat sich ja schon der eine oder andere Hügel (meist mit Windmühlen obendrauf) dem EcoRider in den Weg gestellt, heute droht das Elm. Eine große grüne Fläche auf meiner 1:150.000 Autofahrerkarte. Der nette Wirt von der Pension zum Dino gab mir wohlgelaunt ein “Hinter Schöningen wird’s einmal steil, danach geht es gut” mit auf den Weg. Nun denn.
Ich hätte vielleicht vorher Wikipedia konsultieren sollen. Da steht “Elm (Höhenzug), 25km lang“. Und keine Ortschaft zwischendrin. Ein Höhenzug also - ob das die Akkus mitmachen? Schließlich steht ELM auch für “Edge-Localized Mode, ein nicht-normaler Betriebszustand in einem Fusionsreaktor vom Typ Tokamak, führt zu Disruptionen.”. Ein nicht-normaler Betriebszustand sind Höhenzüge für ein Velomobil holländischer Bauart sicherlich. Disruption ohne Strom…
Nach dem angekündigten Anstieg nach Schöningen war der erste Strich (von sechs) auch weg. Dann kam ein weiterer. Hochgeschlichen, zweiter Strich weg. Die Karte zeigt keine Höhenlinien. Wie viele Anstiege wohl noch kommen mögen? Ohne Strom wird das Elm mich verschlucken. Der Wald wird immer dichter. Die Rache der Natur an überheblich hilfsmotorisierten Gefährten. Doch jetzt geht’s bergab, 45km/h, neuer persönlicher Rekord, und ein paar Kilometer weiter durch den Elmwald geschafft. Zum Tetzelstein muß ich wieder hoch. Noch drei Striche. Mir kommen Rennradfahrer entgegen, die ziemlich fertig aussehen. Drei Anstiege darf ich noch…
Doch Hurra, ab jetzt geht es nur noch bergab (deswegen sahen die Rennradfahrer so fertig aus). Noch zehn malerische Kilometer bis nach Braunschweig, und mein Teil der Tour ist zuende. Der Blick in den EcoRider läßt einen wehmütig werden - es war eine super Tour!

2007
August
28
von rolfk, in Kategorie On the Road again

Zwei für Dreiradradler wesentliche Dinge hat uns die Deutsche Demokratische Republik hinterlassen: Kopfsteinpflaster (ich hasse Kopfsteinpflaster) und Feldwege mit zwei Fahrspuren aus Fertigbetonbauteilen. Plattenbau-Feldwege sozusagen. Ideal für den EcoRider, denn die Platten sind gerade breit genug, daß beide Vorderräder draufpassen.
Heute habe ich vier Varianten von Plattenbau-Feldwegen durchmessen:

  • Die Autobahn. Platte an Platte, breit und eben.
  • Die Cross-Version. Etwas schmaler, mit Schlamm links und rechts. Mit bei Bedarf beherzten Links-Rechts Lenkbewegungen gut zu meistern. Bonus: Ein Trecker mit Gülleanhänger kommt entgegen. Hier gilt dann die Regel: Der größere muß in die Botanik ausweichen.
  • Die Wessi-Version. Man nehme eine Kopfsteinpflasterstraße (ich hasse Kopfsteinpflaster) und baue zwei Fahrwege aus minimal weniger unebenem (aber wahrscheinlich sündhaft teuren) Steinzeug ein. Dabei reduziere man die Breite im Vergleich zur Standard-Platte aber soweit, daß ein EcoRider mit einem Rad heftig vom Kopfsteinpflaster und mit dem anderen Rad minimal weniger vom neuen Fahrspurbelag durchgeschüttelt wird. Treibt einen zu 5km Umweg auf dichtbefahrener Bundesstraße.
  • Die Landstraße: Siehe Autobahn, nur mit dichtem Grasbewuchs links und rechts und auf dem Mittelstreifen. Sehr angenehm, tendiert nur leider dazu, in Kopfsteinpflaster überzugehen.

Zusammenfassung: In den neuen Bundesländern sind Fahrradwege noch Fahrradwege. Gelobt sei die Platte. Ab morgen fahre ich meine letzte Etappe von Offleben bis Braunschweig durch die Altbundesrepublik. Mal sehen, wie EcoRider-geeignet da die Radwege so sind.

2007
August
27
von rolfk, in Kategorie On the Road again

Sehr passend, daß Martin heute nachmittag hier von Eßstäbchen geschrieben hat. Ich jedenfalls habe gerade Gebratenen Curryreis mit Huhn, Schinken und Shrimps vom China-Bringdienst und zwei Flaschen Radler im Bauch - mit einer wiederverwendbaren (und nachher brav gespülten) Gabel gegessen.

Aber von Anfang an: Umringt von Schaulustigen, erwartet mich der EcoRider mittags am Bahnhof Dessau. Mein Kollege hat es von Bitterfeld hergeschafft, ohne einen Strich Strom zu verbrauchen. Das will ich auch versuchen: Eine Batterieladung weniger; 600 Gramm CO2 gespart. Laut dem netten Herrn von der Mobilitätszentrale ist der Weg nach Schönebeck auch völlig flach und sogar zum Teil mit nagelneuen Radwegen ausgestattet. Beste Voraussetzungen also.

Zunächst jedoch soll ein so schön designtes und funktionelles Gefährt wie der EcoRider bei der Mutter des funktionellen Designs vorbeischauen: Beim Bauhaus, schließlich sind wir in Dessau.

Danach geht es - unterbrochen von Ortsdurchfahrten mit aufrüttelndem Kopfsteinpflaster (ich hasse Kopfsteinpflaster) - etwa 55km lang so wie auf diesem kurzen Film.

Am Ziel, nach gut fünf Stunden Fahrzeit, habe ich tatsächlich den Elektromotor nur zum schwungvollen Verlassen der Saalefähre gebraucht und stattdessen 4732 Kilokalorien verbraucht. Und beim Verbrennen dieser Kalorien 2000 Gramm CO2 ausgeatmet. Während ich 600 Gramm eingespart habe. Morgen schalte ich den Motor wieder zu.

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