Ich weiß jetzt, wo sich der Höllenschlund auftut. Gut, zum einen vermutlich im Radio-Beitrag im vorhergehenden Eintrag - aber ich weigere mich ja noch standhaft, dieses Machwerk anzuhören, um nicht jegliche Selbstachtung zu verlieren. Gut gemacht ist er sicherlich, der Radio-Mann machte einen sehr kompetenten Eindruck auf mich.
Aber zurück zum Thema, dem Höllenschlund. Der tut sich nämlich in den Toiletten von Solvis, einem Braunschweiger Hersteller von Solarheizsystemen, auf. Von einem stillen Örtchen ist man hier weit entfernt. Mit einem furchteinflößenden Geräusch wird eingesaugt, was sowieso in der Hölle am Besten aufgehoben ist. Der doch etwas beruhigende Hintergrund: Durch Vakuumentwässerung der Toiletten spart Solvis 70 Prozent an Wasser.
Solvis zeigt sich als vorbildliches Unternehmen - und das nicht nur, weil es mit seinen Solarheizsystemen erneuerbare Energien weiter voranbringt. Der Unternehmenssitz wurde als Nullemissionsfabrik errichtet, durch Wärmeschutz und Abwärmerückgewinnung werden 70 Prozent Energie eingespart. Sogar an die Fahrradpendler wurde gedacht - extra Duschen wurden für sie eingebaut. Dazu befinden sich auf dem Dach des Gebäudes eine große Photovoltaik-Anlage und eine gewaltige Ansammlung von Kollektoren. Den Großteil an Strom und Wärme liefert aber ein mit Rapsöl betriebenes Blockheizkraftwerk.
Grund genug für den Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V., den Umweltpreis in diesem Jahr an den Braunschweiger Solarthermie-Spezialisten zu vergeben. Eine Gelegenheit bei der die Solvis-Geschäftsführer Helmut Jäger und Klaus-Henning Terschüren auch gleich noch den Bundespräsidenten Horst Köhler persönlich kennenlernen konnten.
Beim einem solchen Unternehmen gibt es dann natürlich nicht irgendwelche Häppchen. Angeboten wurde uns bei unserem heutigen Besuch zum Beispiel Malzbier der Neumarkter Lammsbräu (2006 ebenfalls mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis ausgezeichnet) und Kuchen und Leckereien aus dem Bio-Backladen. Ein rundum gelungenes Gesamtpaket also.
Radio Paradiso in Frankfurt/Oder hat Martin bei seinem Besuch bei Odersun interviewt. Daraus wurden gleich zwei Beiträge. Hier der erste:

Radio Paradiso [2:37m]:
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Ein redaktioneller Beitrag von Radio Paradiso 105.9
Ohne Zucker geht nichts. Das weiß man spätestens seit sich die Helden von Bern mit Traubenzucker zum Weltmeistertitel verhalfen. Und heute? Geht nichts mehr ohne MP3-Player. Kaum ein Jugendlicher traut sich noch ohne einen die feindselige Umwelt abschottenden Ohrenbetäuber aus dem Haus. Was liegt also näher, als diese beiden Elemente zu verbinden?
Dafür hat Sony jetzt eine Bio-Batterie erfunden, die aus Kohlenhydraten Energie erzeugt. Vier solcher Akkus würden ausreichen, einen MP3-Player zu betreiben, meint der japanische Elektronikkonzern. Ein Beutelchen Ersatz-Zuckerwürfel muss man aber vorerst nicht in der Hosentasche stecken haben. Denn ob diese Zucker-Batterie jemals auf den Markt kommt, ist noch völlig ungewiss. Genauso, ob die neuen Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden. Bis zum Jahr 2020 soll die Emission von Treibhausgasen um 35 bis 36 Prozent verringert werden.
Der Chiphersteller AMD sieht sich dabei als Vorreiter. Seit dem Jahr 2002 hat das Unternehmen seine Treibhausgasemissionen um mehr als 50 Prozent verringert. Bis 2010 sollen sie im Vergleich zu 2006 um weitere 33 Prozent gesenkt werden. Zwei direkt neben dem Produktionsort in Dresden angesiedelte Blockheizkraftwerke versorgen das Unternehmen durch Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung mit Elektroenergie, Wärme sowie heißem und kaltem Wasser. Seit 1999 konnte man so 640.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.
Weil auch die 3000 Mitarbeiter am Dresdner Standort zu umweltbewusstem Verhalten angehalten werden, war es kein Wunder, dass sich bei unserem gestrigen Besuch bei AMD große Menschentrauben um den EcoRider bildeten. Mittendrin Hans Deppe, Corporate Vice President und General Manager von AMD in Dresden, der den EcoRider schwungvoll signierte.
Ausgerechnet vor einer kleinen Tour-Pause, in der die Sun-Mitarbeiter Harald Gessner und Rolf Kersten den EcoRider für ein paar Tage durch die Lande steuern werden, musste ich noch meine Feuertaufe bestehen: mein erstes Fernsehinterview. Wer sehen möchte, wie jemand aussieht, der noch nicht recht weiß, wie er sich vor einer Kamera zu verhalten hat, muss nur hier nachschauen. Wenn es da mal nicht Kommentare voller Schadenfreude hagelt.