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Kategorie "Bundesländer"


2007
Juli
09
09:11 Uhr

Strahlende Jugend

von Maertl, in Kategorie Nordrhein-Westfalen, On the Road again, Allgemein

And the drama continues. Nachdem ich gestern von einer österreichischen Faustballmannschaft aus dem Schlaf gerissen wurde, schepperte diesen Morgen um 7.30 Uhr gleich ein ganzer Spielmannszug an meinem Hotelzimmer vorbei. Dem Bad Waldliesborner Schützenfest sei Dank. Um 8.15 Uhr kamen dann auch noch die Böllerschützen zum Einsatz. Aber da war ich ja sowieso schon wach.

Und habe dadurch vielleicht wenigstens mehr vom Tag. Obwohl, mehr als gestern geht kaum. Mehr Hitze auch nicht. Die Seitenscheiben des EcoRiders kann man nämlich zwar herausnehmen, aber eben leider nirgends verstauen. Immerhin, so heiß wie im stillgelegten Hochtemperaturreaktor Hamm-Uentrop kann es wohl doch nicht werden. 1986 (wie in Tschernobyl) kam es hier zu einem Zwischenfall und Radioaktivität trat aus. Er verursacht jährlich 6,5 Millionen Euro Kosten (bei null Nutzen) und kann erst 2027 abgerissen werden.

„Da kann einem schon ein bisschen mulmig werden“, meint Bernd Dahlmann. Er hat mich bei einer kleinen Pause am Straßenrand erwischt und ausführlichst über mein Gefährt ausgefragt. Kein Wunder, schließlich lag ein paar Tage zuvor die neueste Ausgabe von Neue Energie in seinem Briefkasten. Auf dem Cover: Elektro-Mobile!

Weil sein Haus nur etwa einen Kilometer entfernt war, hat er mich auch gleich auf ein Glas Wasser eingeladen und den EcoRider zumindest für zwanzig Minuten an die Steckdose angeschlossen. Echter Ökostrom, von der Solaranlage auf dem Scheunendach. „An schönen Tage macht sie 40 bis 48 Kilowattstunden“, sagt Dahlmann.

So viel brauche ich aber gar nicht, schließlich treibe ich den EcoRider vor allem durch (noch ausbaufähige) Muskelkraft an. Und nachdem ich am miefenden Steinkohlekraftwerk in Hamm-Uentrop vorbei war, konnte ich auch die Landschaft genießen und an Kornfeldern, Kuhherden, Mähdreschern und Stechmücken vorbeirauschen. Und an der Landjugend. „Hey geil, das muss voll Spaß machen“, haben sie gesagt. Klar, macht es. Aber treten muss man schon selber.

Bilder vom ersten Tag gibt es hier

2007
Juli
08
01:00 Uhr

Glühende Garage

von Maertl, in Kategorie Nordrhein-Westfalen, On the Road again, Allgemein

Jetzt ist er also unterwegs, der EcoRider. Und ich auch. Aber im Gegensatz zu mir ist mein liebes Gefährt nicht allein. In der Garage im westfälischen Hamm steht das Liegerad des Hotelbesitzers neben ihm. Und glühen tut er auch, der EcoRider. Nicht vor Liebe, sondern vom Strom, der brav in die Akkus fließt.

Der EcoRider scheint bereit für die lange Reise. In den vergangenen Tagen wurden die letzten Vorkehrungen getroffen, Click-Pedale angebracht, der Scheibenwischer ausgetauscht - und ein hübsches gelbes Fähnchen installiert, das mich von weithin ankündigen wird.

Heute fuhr der EcoRider schon mal von München nach Hamm - in einem von mir gesteuerten Transporter. Weil so ein Ding von mir bisher höchstens wenige Meter bewegt wurde, hatte ich heute sieben Stunden Fahrschule am Stück. Immerhin: Auf dem Weg konnte ich ein wenig den “Live Earth”-Konzerten gegen den Klimawandel lauschen und mich - v.a. im Paderborner Land - schon einmal auf beeindruckend dimensionierte Windparks einstimmen.

Morgen wird der EcoRider endlich auf Westfalen losgelassen. Es geht weiter nach Lippstadt, vorbei an einem stillgelegten Hochtemperaturreaktor, einem Glaselefanten und einem Hindu-Tempel (ja wirklich, mitten in Westfalen).

2007
Juni
22
von Maertl, in Kategorie EcoRider, Bayern, Allgemein

Da steht er nun, mein neuer bester Freund für die nächsten drei Monate. Und glänzt so knallig neongrün, dass die Fliegen ganz kirre davon werden. Mir ergeht’s aber auch nicht viel besser. Schon als ich vorgestern den ersten Blick auf den EcoRider erhaschen konnte, war ich hin und weg, obwohl ich nur ein paar erste Runden im engen Hinterhof drehen konnte. Die Bedienung scheint gar nicht so schwer zu sein, nur das Bremsen sollte man nicht vergessen. Schließlich sitzt man zwar wie im Auto, bremst aber mit den Händen wie beim Fahrrad. Sobald man schneller fährt, fühlt man sich wie in einem Computerspiel. Nur ein Game Over sollte man hier tunlichst vermeiden.

Vor der TU München in Garching, mit der Black Box (dem Rechenzentrum im Container) im Hintergrund macht sich der EcoRider noch besser. Aber das soll er auch, schließlich wird er hier getauft. Informatikprofessor Arndt Bode erledigt das mit schwungvoller Signatur und geübter Champagnerdusche (wer das wohl wieder sauber machen darf…). Einen Namen habe ich dem EcoRider noch nicht gegeben, aber es ist ein Junge - glaube ich. Vorschläge sind natürlich immer willkommen!

Ein paar Tipps konnte ich auch gleich einholen, von Martin, dem Studenten mit dem gelben Liegedreirad. Nach einer wilden Probefahrt weiß ich: Sein Gefährt ist deutlich leichter und wendiger - aber eben auch ungeschützt vor Wolkenbrüchen und Champagnerduschen.

Demnächst werde ich den EcoRider ausgiebig ausfahren, auch mal mit Höchstgeschwindigkeit und im Straßenverkehr. Aber erst geht er im Transporter auf die Reise nach Dresden, zur International Supercomputing Conference.

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