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Kategorie "Mecklenburg-Vorpommern"


2007
August
15
von Maertl, in Kategorie Mecklenburg-Vorpommern, Etappenziele, Allgemein

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an den muskelbepackten Friseur, der mir einmal versichert hatte, für so eine Tour müsse man ganz schön mutig sein. Recht hatte er, denn unterwegs trifft man auf Platzregen, Hitzewellen, Stechmücken und fiese Anstiege. Oder der ein oder andere Krankheitserreger stellt sich einem in den Weg.

Einer hat mich jetzt seitlich gestreift (die Spuren sind noch auf dem EcoRider zu sehen), weshalb ich jetzt in Neubrandenburg körperlich geschwächt darnieder liege und ein eigentlich noch viel mutigeres Projekt, den BioEnergie Park „Klarsee“ in Penkun, leider nicht besuchen kann.

Aber allein die Zahlen sind beeindruckend. Der Betreiber, die Nawaro BioEnergie AG, leistet Pionierarbeit und plant Biogas-Anlagen in noch nicht gekanntem Ausmaße. In Penkun entstehen 40 standardisierte 500-Kilowatt Anlagen, insgesamt werden also 20 Megawatt erzeugt – damit könnte man 46.000 Haushalte mit Strom versorgen. Weitere Anlagen sind in Güstrow und Jocksdorf geplant.

Natürlich lassen sich über Biogas-Anlage trefflich Scherze machen. Denn wodurch werden dort Lämpchen zum Glühen und Kaffeemaschinen zum Mahlen gebracht? Unter anderem durch Gülle, und zwar 60.000 Tonnen davon im Jahr. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich sich der Goldesel also kurzerhand in eine Kuh verwandelt.

Doch auch wenn Rohstoffe aus dem Umkreis von 40 Kilometern angeliefert werden, muss man sich keineswegs Kolonnen von Jauchetransporteuren vorstellen. Selbst wenn der Park seinen Volllastbetrieb erreicht, sind durch eine optimierte Gesamtlogistik für alle Rohstoffe zusammen nur 40 Lkw-Lieferungen am Tag nötig. Der wichtigste Rohstoff ist aber der Mais. Kein gewöhnlicher Mais, sondern Energiemais, der kleinere Kolben hat und nicht gut schmecken muss, weil lediglich das Grünzeug zur Energiegewinnung gebraucht wird. 300.000 Tonnen davon werden jedes Jahr verwendet.

Das Biogas entsteht durch Vergärung in speziellen Silos, den Fermentern. Wenn man es dann reinigt und verbrennt, kann man durch Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme erzeugen. Der Strom wird eingespeist und die Wärme genutzt, um Depotdünger zu produzieren. Die weltgrößte Biogas-Anlage befindet sich also keineswegs im Haus nebenan, sondern nahe der polnischen Grenze in Penkun.

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