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Kategorie "Baden-Württemberg"


2007
Juli
24
von Maertl, in Kategorie Baden-Württemberg, Allgemein

Pkws haben eine jämmerliche Transportbilanz: Häufig kommen nur 0,2 Prozent der im Treibstoff enthaltenen Energie dem Antrieb zugute. Meine Transportbilanz sieht da schon besser aus. Ich würde sagen, mindestens 80 Prozent der in mir enthaltenen Energie kommen dem Antrieb des EcoRiders zugute. Gestern habe ich übrigens die 500 Kilometer-Marke überschritten. 2000 Kilometer werden es wohl schon werden bis Mitte September.

Getankt habe ich dafür nur Strom (etwa 2,2KWh/100km) und schwäbischen Zwiebelrostbraten. Das ist mein Biosprit. Wirklicher Biosprit ist nämlich gar nicht so umweltfreundlich wie viele denken. Das Getreide, das man für die Herstellung von 100 Litern Ethanol benötigt, könnte einen Menschen ein ganzes Jahr lang ernähren, wie die Zeitschrift natur+kosmos berichtet. Durch die enorme Nachfrage sind die Preise für Mais, Weizen und Soja gewaltig angestiegen. Die Folge: Milliarden von Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, können sich ihre Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten.

Freikaufen kann man sich nicht. Letztlich helfen nur sparsamere Autos und Verbraucher. Man muss nicht mit dem Jeep zum Supermarkt fahren, und kann für viele Stecken auch das Fahrrad benutzen. Einzige Einschränkung: Montags sind in Baden-Württemberg offenbar alle Tankstellen (sprich: Wirtshäuser) geschlossen…

2007
Juli
22
23:06 Uhr

Eco-Pin-Up

Das war der härteste Tag bisher. Im Sauerland waren zwar auch Berge, aber die meisten Straßen führten dazwischen hindurch. Hier gehen sie mitten hinauf. Ein paar hundert Höhenmeter habe ich heute sicher zurückgelegt. Gleich nach dem Start in Bad Mergentheim ging es gleich mal mehr als 100 Höhenmeter den Berg hoch.

Zur Erinnerung: Der EcoRider wurde in den Niederlanden gebaut. Die höchsten Erhebungen dort sind die Deiche. Trotzdem lassen sich Steigungen bis zu 10 Prozent angenehm bewältigen, wenn auch etwas langsamer. Wird es steiler, wird es eng. Denn: Mit Gepäck und meinem Körpergewicht wiegt der EcoRider an die 200 kg. Die eine Steigung von 18 Prozent hochzuwuchten ist kein Spaß. Auch mit Akkus. Das Vergnügen hatte ich heute. Naja, nach drei Kilometern war ich oben. Da fällt mir ein: Ich hätte vor der Tour meinen Oberschenkelumfang messen sollen.

Trotzdem war ich frohen Mutes. Schließlich hatte ich vorher schon göttlichen Beistand erlangt. In Rot kam mir nämlich eine ganze Schwadron von Kirchgängern entgegen, die ich nach dem Weg und dem Befinden fragte. Sogar eine Nonne war dabei. Da konnte nun wirklich nichts mehr schief gehen. Belohnt wurde ich damit, dass ich im schönen Kirchberg an der Jagst Quartier bezogen habe. Wo auch noch “Hofgaddefeschd” war (so sagte man mir).

Weil die Sonne heute doch mal scheinen durfte, konnte ich auch erste Kärtchen unters Volk bringen. Vor allem an neidische Radfahrer. Und an ein kleines Mädchen, dass von der EcoRider-Form des Kärtchens ganz begeistert war. Hoffentlich hat mein Gefährt jetzt einen Ehrenplatz an einer Pinnwand in Weckelweiler. Oder Amlishagen. Oder in einem anderen der niedlichen kleinen Dörfchen, die nur durch Kieswege miteinander verbunden sind.

Fotos vom Tage gibt es hier.

2007
Juli
21
22:15 Uhr

Das Boot ist voll

Ich habe Muskelkater. In den Armen. Vom Wischen. Bei Regen beschlagen nämlich die Scheiben des EcoRiders. Von innen. Und von außen. Ununterbrochen.

Und wie habe ich mich auf diesen Tag vorbereitet? Mit Sonnencreme. Offensichtlich gehöre ich zu denen, die einzelne Sonnenstrahlen zu sorglosen Cabrio-Fahrten verleiten - und die dann die Suppe auslöffeln dürfen…

Denn sobald ich Würzburg verlassen hatte, lag der Weltuntergang vor mir. Nein, die Grenze nach Baden-Württemberg hatte ich noch nicht überschritten; aber die Wolken taten sich auf. Und wollten sich bis Bad Mergentheim nicht mehr schließen. Volle 50 Kilometer weit. Obwohl die Strecke doch so wunderschön gewesen wäre. Und kaum befahren. Und wer jetzt errät, was am Ende dieses Höllenritts, als ich das Ortschild von Bad Mergentheim passiert hatte, geschehen ist, darf sich über den Gewinn des legendären Maus-Fähnchens freuen.

Das hat jetzt nämlich endgültig ausgedient. Und ist durch einen signalroten Wimpel ersetzt worden, der mir bei der heutigen Fahrt durch die Wasserwand schon wichige Dienste geleistet hat. Kleine Kärtchen in EcoRider-Form habe ich jetzt auch dabei. Zum Verteilen. Nicht zum Schiffchen bauen.

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