And the drama continues. Nachdem ich gestern von einer österreichischen Faustballmannschaft aus dem Schlaf gerissen wurde, schepperte diesen Morgen um 7.30 Uhr gleich ein ganzer Spielmannszug an meinem Hotelzimmer vorbei. Dem Bad Waldliesborner Schützenfest sei Dank. Um 8.15 Uhr kamen dann auch noch die Böllerschützen zum Einsatz. Aber da war ich ja sowieso schon wach.
Und habe dadurch vielleicht wenigstens mehr vom Tag. Obwohl, mehr als gestern geht kaum. Mehr Hitze auch nicht. Die Seitenscheiben des EcoRiders kann man nämlich zwar herausnehmen, aber eben leider nirgends verstauen. Immerhin, so heiß wie im stillgelegten Hochtemperaturreaktor Hamm-Uentrop kann es wohl doch nicht werden. 1986 (wie in Tschernobyl) kam es hier zu einem Zwischenfall und Radioaktivität trat aus. Er verursacht jährlich 6,5 Millionen Euro Kosten (bei null Nutzen) und kann erst 2027 abgerissen werden.
„Da kann einem schon ein bisschen mulmig werden“, meint Bernd Dahlmann. Er hat mich bei einer kleinen Pause am Straßenrand erwischt und ausführlichst über mein Gefährt ausgefragt. Kein Wunder, schließlich lag ein paar Tage zuvor die neueste Ausgabe von Neue Energie in seinem Briefkasten. Auf dem Cover: Elektro-Mobile!
Weil sein Haus nur etwa einen Kilometer entfernt war, hat er mich auch gleich auf ein Glas Wasser eingeladen und den EcoRider zumindest für zwanzig Minuten an die Steckdose angeschlossen. Echter Ökostrom, von der Solaranlage auf dem Scheunendach. „An schönen Tage macht sie 40 bis 48 Kilowattstunden“, sagt Dahlmann.
So viel brauche ich aber gar nicht, schließlich treibe ich den EcoRider vor allem durch (noch ausbaufähige) Muskelkraft an. Und nachdem ich am miefenden Steinkohlekraftwerk in Hamm-Uentrop vorbei war, konnte ich auch die Landschaft genießen und an Kornfeldern, Kuhherden, Mähdreschern und Stechmücken vorbeirauschen. Und an der Landjugend. „Hey geil, das muss voll Spaß machen“, haben sie gesagt. Klar, macht es. Aber treten muss man schon selber.
Bilder vom ersten Tag gibt es hier