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Kategorie "Allgemein"


2007
Juli
20
23:13 Uhr

Maus von Bord

von Maertl, in Kategorie Bayern, Allgemein

Morgen bekomme ich ein neues Fähnchen. Der Wimpel mit der Maus hat also endgültig ausgedient. Genaueres weiß ich aber noch nicht, das gute Stück erreicht mich  erst morgen. Ich bin schon sehr gespannt, welches Stöffchen zwischen Würzburg und Bad Mergentheim hinter mir herwehen wird.

Die nächsten Tage werden sich ohnehin wesentlich vom Rest der Tour unterscheiden, denn: Es geht durch heimatliche Gefilde. Zwar ist Unterfranken nicht gleich Mittelfranken (beispielsweise hängt man eher ein -li als ein -la oder -le an die Wörter an oder isst “Blaue Zipfel” statt “Saure Zipfel”, also Bratwürste im Wein- statt im Essigsud), aber das “R” wird genau so schön gerollt. Dazu ist das “R” schließlich da, zum Aussprechen.

Mal sehen, wie aufgeschlossen die Mainfranken sind, wenn ich morgen durch ihre Weinberge kurve. Ich bin jedenfalls bereits, sogar zum Verteilen habe ich jetzt was. Dazu aber morgen mehr.

von Maertl, in Kategorie Hessen, Nordrhein-Westfalen, EcoRider, Allgemein

Windräder machen mir Angst. Gut, 45 Prozent des durch erneuerbare Energieträger erzeugten Stroms stammen aus der Windkraft und Off-Shore-Windparks sollen diese Zahl noch erhöhen. Aber: Man muss sich ja nicht unbedingt drunter stellen. Bis auf ein dumpfes “Flap-Flap” hört man zwar recht wenig und wenn man wie ich einen verregneten Tag erwischt, ist auch der Schattenschlag kein Problem. Trotzdem: Windräder machen mir ganz einfach Angst, weil sie so groß sind. Der Rotordurchmesser liegt zwischen 40 und 90 Metern. NEUNZIG!!

Da wurde mir schon etwas mulmig als ich nahe Bleiwäsche im Sauerland in einem Windpark stand und sich das Äquivalent eines halben Fußballfeldes über mir drehte. Da möchte man wahrlich nicht unten stehen, wenn so ein Ding mal runter fällt. Einen kleinen Größenvergleich mit dem EcoRider gibt es übrigens hier.

Die Windräder hatten gestern ganz schön zu tun, denn windig war’s in der Tat als ich satte 85 bergige Kilometer von Paderborn nach Willingen zurücklegte. Und wer schon mal mit dem Fahrrad gegen Windböen angefahren ist, weiß, wieviel Energie darin steckt. Die Wasserkraft ist in Deutschland wohl nicht mehr sehr ausbaufähig, zumindest kann kaum mehr vom Himmel fallen, als es das gestern getan hat.

Wer sich gefragt hat, wie schnell der EcoRider fahren kann: Gestern habe ich bei noch trockener Strecke und einer langen, geraden Abfahrt immerhin 58 km/h geschafft. Da fühlt man sich aber auch schon wie beim Seifenkistenrennen. Oder wie mit dem Trabi auf der Autobahn.

2007
Juli
09
09:11 Uhr

Strahlende Jugend

von Maertl, in Kategorie Nordrhein-Westfalen, On the Road again, Allgemein

And the drama continues. Nachdem ich gestern von einer österreichischen Faustballmannschaft aus dem Schlaf gerissen wurde, schepperte diesen Morgen um 7.30 Uhr gleich ein ganzer Spielmannszug an meinem Hotelzimmer vorbei. Dem Bad Waldliesborner Schützenfest sei Dank. Um 8.15 Uhr kamen dann auch noch die Böllerschützen zum Einsatz. Aber da war ich ja sowieso schon wach.

Und habe dadurch vielleicht wenigstens mehr vom Tag. Obwohl, mehr als gestern geht kaum. Mehr Hitze auch nicht. Die Seitenscheiben des EcoRiders kann man nämlich zwar herausnehmen, aber eben leider nirgends verstauen. Immerhin, so heiß wie im stillgelegten Hochtemperaturreaktor Hamm-Uentrop kann es wohl doch nicht werden. 1986 (wie in Tschernobyl) kam es hier zu einem Zwischenfall und Radioaktivität trat aus. Er verursacht jährlich 6,5 Millionen Euro Kosten (bei null Nutzen) und kann erst 2027 abgerissen werden.

„Da kann einem schon ein bisschen mulmig werden“, meint Bernd Dahlmann. Er hat mich bei einer kleinen Pause am Straßenrand erwischt und ausführlichst über mein Gefährt ausgefragt. Kein Wunder, schließlich lag ein paar Tage zuvor die neueste Ausgabe von Neue Energie in seinem Briefkasten. Auf dem Cover: Elektro-Mobile!

Weil sein Haus nur etwa einen Kilometer entfernt war, hat er mich auch gleich auf ein Glas Wasser eingeladen und den EcoRider zumindest für zwanzig Minuten an die Steckdose angeschlossen. Echter Ökostrom, von der Solaranlage auf dem Scheunendach. „An schönen Tage macht sie 40 bis 48 Kilowattstunden“, sagt Dahlmann.

So viel brauche ich aber gar nicht, schließlich treibe ich den EcoRider vor allem durch (noch ausbaufähige) Muskelkraft an. Und nachdem ich am miefenden Steinkohlekraftwerk in Hamm-Uentrop vorbei war, konnte ich auch die Landschaft genießen und an Kornfeldern, Kuhherden, Mähdreschern und Stechmücken vorbeirauschen. Und an der Landjugend. „Hey geil, das muss voll Spaß machen“, haben sie gesagt. Klar, macht es. Aber treten muss man schon selber.

Bilder vom ersten Tag gibt es hier

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