Download <'http://www.adobe.com/> Flash plugin

August 2007
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Jul   Sep »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Wochenarchiv KW 33


2007
August
17
von Maertl, in Kategorie Allgemein

Louis Vuitton lässt derzeit nicht nur Michail Gorbatschow an der Berliner Restmauer für schicke Handtäschchen werben, sondern überlegt sich auch, wie man die Energiekosten (und die Mitarbeiter) besser im Griff haben kann. Durch gläserne Büros soll fünfmal weniger Strom verbraucht werden, wie die österreichische Frauenzeitschrift das investigative Fachmagazin „Wienerin“ herausgefunden hat. Gleichzeitig wird wohl der Pflanzenwuchs gefördert, weil sich die Mitarbeiter einen Sichtschutz heranzüchten werden. Der CO2- und der Firmen-Haushalt danken.

Der Mann mit dem grünen Daumen ist Jean-Marc Gallot, Louis Vuittons Europamanager. Verpönt sind in Zukunft auch Plastikbecher im Büro. Prosecco-Gläser sind aber noch erlaubt. Im Gegensatz zu Täschchen-Transporten mit dem Flugzeug: Die werden durch Seetransporte ersetzt. Das verhindert nicht gleich, dass Grönland zum Hotspot wird, ist aber immerhin ein Anfang. Nur einige von tausend Zeichen, dass auch in der Geschäftswelt ein Umdenken stattfindet.

2007
August
15
von Maertl, in Kategorie Mecklenburg-Vorpommern, Etappenziele, Allgemein

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an den muskelbepackten Friseur, der mir einmal versichert hatte, für so eine Tour müsse man ganz schön mutig sein. Recht hatte er, denn unterwegs trifft man auf Platzregen, Hitzewellen, Stechmücken und fiese Anstiege. Oder der ein oder andere Krankheitserreger stellt sich einem in den Weg.

Einer hat mich jetzt seitlich gestreift (die Spuren sind noch auf dem EcoRider zu sehen), weshalb ich jetzt in Neubrandenburg körperlich geschwächt darnieder liege und ein eigentlich noch viel mutigeres Projekt, den BioEnergie Park „Klarsee“ in Penkun, leider nicht besuchen kann.

Aber allein die Zahlen sind beeindruckend. Der Betreiber, die Nawaro BioEnergie AG, leistet Pionierarbeit und plant Biogas-Anlagen in noch nicht gekanntem Ausmaße. In Penkun entstehen 40 standardisierte 500-Kilowatt Anlagen, insgesamt werden also 20 Megawatt erzeugt – damit könnte man 46.000 Haushalte mit Strom versorgen. Weitere Anlagen sind in Güstrow und Jocksdorf geplant.

Natürlich lassen sich über Biogas-Anlage trefflich Scherze machen. Denn wodurch werden dort Lämpchen zum Glühen und Kaffeemaschinen zum Mahlen gebracht? Unter anderem durch Gülle, und zwar 60.000 Tonnen davon im Jahr. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich sich der Goldesel also kurzerhand in eine Kuh verwandelt.

Doch auch wenn Rohstoffe aus dem Umkreis von 40 Kilometern angeliefert werden, muss man sich keineswegs Kolonnen von Jauchetransporteuren vorstellen. Selbst wenn der Park seinen Volllastbetrieb erreicht, sind durch eine optimierte Gesamtlogistik für alle Rohstoffe zusammen nur 40 Lkw-Lieferungen am Tag nötig. Der wichtigste Rohstoff ist aber der Mais. Kein gewöhnlicher Mais, sondern Energiemais, der kleinere Kolben hat und nicht gut schmecken muss, weil lediglich das Grünzeug zur Energiegewinnung gebraucht wird. 300.000 Tonnen davon werden jedes Jahr verwendet.

Das Biogas entsteht durch Vergärung in speziellen Silos, den Fermentern. Wenn man es dann reinigt und verbrennt, kann man durch Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme erzeugen. Der Strom wird eingespeist und die Wärme genutzt, um Depotdünger zu produzieren. Die weltgrößte Biogas-Anlage befindet sich also keineswegs im Haus nebenan, sondern nahe der polnischen Grenze in Penkun.

NACH OBEN