“Blackle” klingt Schwäbisch und ist ebenso darauf bedacht, Energie und Geld zu sparen. Sonst hat es mit Schwaben wenig gemein. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Software, die den Google-Hintergrund schwarz einfärbt. Dadurch soll Energie gespart werden. Eine ganz weiße Seite braucht 74 Watt, eine ganz schwarze nur 59 Watt, so die Blackle-Betreiber, die sogar meinen, bei einem kompletten Umstieg aller Nutzer könnten täglich einige Megawattstunden eingespart werden.
Jedenfalls sollten alle Laptop-im-Freien-Benutzer tunlichst vermeiden, ihren Bildschirm grün einzufärben. Dann könnte es nämlich sein, dass sich eine Horde Federvieh Hals über Kopf in den Laptop verliebt und nicht mehr von seiner Seite weichen will. So geschehen gestern im unterfränkischen Holzkirchen. Mit dem EcoRider natürlich, nicht mit dem Laptop. Bilder vom ungewöhnlichen Liebesspiel gibt es hier.
Vielleicht hat sich nicht nur das Federvieh, sondern auch der EcoRider verliebt; jedenfalls spielt die Elektronik verrückt. Deshalb steht er jetzt in der Werkstatt des findigen Fahrradhändlers Jürgen Baumann in Wertheim, um dort durchgecheckt zu werden. Jürgen Baumanns Sohn hatte auch gleich einen Tipp: “Mein ferngesteuertes Auto war auch mal kaputt. Das hat der Papa dann auseinander genommen und am Ende festgestellt, dass es nicht funktioniert hat, weil die Batterie in der Fernsteuerung leer war.” Naja, die Akkus scheinen in Ordnung zu sein, aber der Fehler kann eine ähnliche Lappalie sein. Nur finden muss man ihn halt.
Bin ich jetzt im Ruhemodus, Leerlauf oder auf Stand-by? Egal, jedenfalls bin ich in Würzburg und freue mich auf meine morgige Fahrt nach Miltenberg. Ob sich unbenutzte Computer auf zukünftige Rechenprozesse freuen, ist mir ziemlich egal, aber wie viel Energie sie in ihrer Erholungsphase benötigen, interessiert mich dann doch.
Besonders “faule” (also energiesparende) Computer erkennt man am Qualitätssiegel “Energy Star”, das von der Deutschen Energie-Agentur (dena) vergeben wird. Laut Channelpartner müssen sie über einen voreingestellten Energiesparmodus verfügen. Solche PCs verbrauchen im ausgeschalteten Zustand nicht mehr als zwei Watt, außerdem schaltet sich nach 15 Minuten Nichtstun der Bildschirm ab, nach 30 Minuten das ganze System. Warum sollte man bei Computern auch nicht nachmachen, was sich bei den Menschen bewährt hat?
Ich will den IT-Entscheidern jetzt mal zu Gute halten, dass sie wohl so viel arbeiten, dass sich ihr Computer nie abschaltet. Jedenfalls hören sie bei ihren Entscheidungen leider weniger auf ihr ökologisches Gewissen als auf ihre finanziellen Interessen. Allerdings spricht auch hier viel für Green-IT. So meint etwa die Münchner Experton Group, dass sich ein Umstieg schon allein aus wirtschaftlichen Gründen lohnt. Ein Fallbeispiel zeigt, dass sich der Infrastrukturwandel eines mittelständischen Unternehmens schon nach 32 Monaten ammortisiert. Sollten die Strompreise in der Zeit steigen, würde sich der Umstieg noch früher lohnen. Man hätte also nicht nur ein hübsches Qualitäts-Sternchen auf den Rechnern, sondern auch mehr Geld auf dem Konto.
Wenn ich müde bin, verlese ich mich gerne. Dann lese ich “Säuglingsbekämpfung” statt “Schädlingsbekämpfung”, oder “Blauhelme gegen Pfefferminz” statt “Blauhelme gegen Reitermiliz”. Heute bin ich sehr müde - obwohl ich den EcoRider für ein paar Tage stehen lasse. Denn ich bin heute mit dem Zug von Nürnberg nach Kiel gefahren, um dort das renommierte IFM-Geomar Institut für Meereswissenschaften zu besuchen (bekannt aus Frank Schätzings “Der Schwarm”).
Die Meeresforscher in Kiel untersuchen vor allem die Ozeanzirkulation und Klimadynamik, sowie deren Auswirkungen auf die maritime Lebenswelt und den Menschen. Am Meeresboden lagern riesige Vorkommen von Methanhydraten (zwölf Billionen Tonnen werden dort vermutet), die einerseits einen gewaltigen Rohstoffvorrat und die mögliche Lösung aller Energieprobleme, andererseits aber auch eine große Gefahr darstellen. Denn wenn sich die Meere weiterhin erwärmen, lösen sich diese Hydrate auf und große Mengen an Methan gelangen in die Erdatmosphäre. Methan gilt als wesentlich klimaschädlicher als Kohlenstoffdioxid, es besitzt das 23-fache Treibhauspotenzial. Deshalb kritisieren viele Umweltschützer auch schon die maßlose Rinderzucht und den Reisanbau, die beiden Hauptquellen für Methan-Ausstoß.
Durch die Auflösung der Hydrate könnte auch der Kontinentalhang vor Norwegen abrutschen, was in Westeuropa zu Tsunami-Wellen von einer Höhe von 15 bis 20 Metern führen würde. Um irgendwann genauere Vorhersagen über unterseeische Erdbeben machen zu können, müsste man rechtzeitig vor Ort sein, um Bohrungen vorzunehmen. “Wir müssen erst aufzeichnen, wie es knistert bevor es kracht, um vohersagen zu können, wann es kracht”, sagt etwa Professor Jan Hinrich Behrmann, Leiter des Forschungsbereichs “Dynamik des Ozeanbodens.