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Tagesarchiv 27.08.2007


2007
August
27
von rolfk, in Kategorie On the Road again

Sehr passend, daß Martin heute nachmittag hier von Eßstäbchen geschrieben hat. Ich jedenfalls habe gerade Gebratenen Curryreis mit Huhn, Schinken und Shrimps vom China-Bringdienst und zwei Flaschen Radler im Bauch - mit einer wiederverwendbaren (und nachher brav gespülten) Gabel gegessen.

Aber von Anfang an: Umringt von Schaulustigen, erwartet mich der EcoRider mittags am Bahnhof Dessau. Mein Kollege hat es von Bitterfeld hergeschafft, ohne einen Strich Strom zu verbrauchen. Das will ich auch versuchen: Eine Batterieladung weniger; 600 Gramm CO2 gespart. Laut dem netten Herrn von der Mobilitätszentrale ist der Weg nach Schönebeck auch völlig flach und sogar zum Teil mit nagelneuen Radwegen ausgestattet. Beste Voraussetzungen also.

Zunächst jedoch soll ein so schön designtes und funktionelles Gefährt wie der EcoRider bei der Mutter des funktionellen Designs vorbeischauen: Beim Bauhaus, schließlich sind wir in Dessau.

Danach geht es - unterbrochen von Ortsdurchfahrten mit aufrüttelndem Kopfsteinpflaster (ich hasse Kopfsteinpflaster) - etwa 55km lang so wie auf diesem kurzen Film.

Am Ziel, nach gut fünf Stunden Fahrzeit, habe ich tatsächlich den Elektromotor nur zum schwungvollen Verlassen der Saalefähre gebraucht und stattdessen 4732 Kilokalorien verbraucht. Und beim Verbrennen dieser Kalorien 2000 Gramm CO2 ausgeatmet. Während ich 600 Gramm eingespart habe. Morgen schalte ich den Motor wieder zu.

2007
August
27
von Maertl, in Kategorie Computer, Allgemein

Man hätte es sich ja schon eher denken können, dass es sich nicht wirklich lohnt, sein Besteck nach jedem Essen wegzuschmeißen. Die Japaner haben sich das bisher geleistet. Die 127 Millionen Einwohner haben im Schnitt 200 Paar Einwegstäbchen aus Holz im Jahr verbraucht - das macht insgesamt rund 51 Milliarden Stäbchen.

Angesichts einer Hitzewelle und akuten Energiemangels (nicht zuletzt wegen des Ausfalls des durch ein Erdbeben lahm gelegten AKWs Kashiwazaki-Kariwa) beginnt jetzt aber ein Umdenken. Nein, auf Einweg-Stäbchen will man nicht verzichten, für 90 Prozent des Esswerkzeugs werden ohnehin schon chinesische Wälder abgeholzt. Stattdessen will man die Stäbchen einsammeln und zu Biosprit verarbeiten. Im ganzen Land sollen Sammelboxen (aus Holz?) aufgebaut werden, berichtet Spiegel Online. Auf die Idee, Mehrweg-Stäbchen oder gar westliches Besteck zu verwenden, ist offenbar keiner gekommen.

Wer mir den Sinn von virtuellem Umweltschutz erklären kann, möge bitte die Kommentar-Funktion dieses Blogs ausführlich nutzen. Jedenfalls hat der WWF jetzt in der Parallelwelt “Second Life” ein “Conservation Island” eingerichtet. Da kann man dann dafür sorgen, dass auf einer virtuellen Insel eine möglichst unberührte Natur erhalten bleibt. Toll. Wenn man das 40 Stunden lang gemacht hat, hat der Second Life-Avatar dann allerdings ganze 10 Kilogramm CO2 produziert, wie die Fachhochschule Eberswalde ausgerechnet hat - bei null realem Nutzen. Dafür könnte man dann ja wieder an einem Aufforstungsprojekt teilnehmen, so der Vorschlag der FH - die damit ebenso wie die Japaner beweist, dass man enormen Aufwand betreiben kann, um am Ende mit der gleichen Klima-Bilanz dazustehen wie zuvor. Achtung, folgender Vorschlag ist offenbar vollkommen revolutionär: Man könnte ja auch aufforsten, realen Umweltschutz betreiben und auf ein Second Life-Ich verzichten.

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