Juli
27
Nürnberg in den Schatten gestellt
Ein Glück, der EcoRider war noch nicht in sämtliche Einzelteile zerlegt und verwertet als ich heute Morgen beim Wertstoffhof in Fürth ankam. Dort stand er nämlich über Nacht. Natürlich nicht ganz ohne Grund. Denn der Wertstoffhof liegt am Fuße des Solarberges Atzenhof, einer ehemaligen Mülldeponie, die im Jahr 2003 mit 5760 Solarmodulen bestückt wurde und die etwa 957.000 Kilowattstunden Strom im Jahr liefert. Das reicht für 250 Vierpersonenhaushalte. Oder dafür, mit dem EcoRider etwa 40 Millionen Kilometer weit zu kommen. Wenn man so viel Zeit hat (Fotos vom Besuch des Solarberges Atzenhof gibt es hier).
Fürth hat sich zur “Solarstadt” ernannt - und tut auch was dafür. Durch eine neue Anlage beim Golfpark (gleich unterhalb des Solarbergs) mit einer Leistung von einem Megawatt konnte Fürth wieder auf den dritten Platz der Solarbundesliga vorrücken. Immerhin fünf Megawatt Photovoltaik-Leistung sind bisher installiert. Trotzdem: Es gibt noch viel zu tun. Nach einer Rechnung von Gerdentisch wären 15 Prozent des Strombedarfs im Stadtgebiet durch Photovoltaikanlagen abdeckbar, im Moment sind es erst 0,8 Prozent. Mit der Ausrufung eines Solarpreises versucht die Stadt, die Nutzung der Sonnenergie attraktiver zu machen und ermöglicht es ihren Bürgern sogar, sich über einen Fonds an dem Projekt “Solarpark 1000 Jahre Fürth” zu beteiligen.
Zumindest in Sachen Photovoltaik ist es Fürth gelungen, den großen Nachbarn Nürnberg in den Schatten zu stellen. Nürnberg liegt in der Solarbundesliga nur auf dem 17. Platz. Aber immerhin hängt im Kassenhäuschen des Fürther Wertstoffhofs eine Club-Kappe (für Fußball-Ignoranten: mit “Club” ist der 1. FC Nürnberg gemeint). Und für die meisten ist die Fußballbundesliga eben immer noch die wichtigste Liga. Bis dem Fluchtlicht der Saft ausgeht.


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