Juli
25
Das Fähnchen im Wind
Wenn das der Klimawandel ist, sollte jemand was tun. Schnell. Möglichst noch vor Ende meiner Tour. Gestern wurde ich nämlich förmlich von der Strecke geblasen, so stürmisch war es. Ein Glück, dass ich nicht nach Westen musste. Gegen den Wind hätte ich wohl nur die Hälfte der 82 Kilometer ins unterfränkische Rödelsee geschafft. Ich habe ja von jemandem gehört, der gestern darauf verzichtet hat, mit dem Auto von Mainz nach München zu fahren, weil es zu windig war. Mit dem Auto! Da kann man sich vorstellen, wie es mich im EcoRider durchgeschüttelt hat. Seit gestern darf man mich wohl offiziell “den Gegenlenker” nennen. Jedenfalls war diesmal wirklich über jedes der 200.000 Gramm, die ich durch die Gegend fahre, dankbar.
Angeblich wird der Klimawandel auch für Unternehmen immer wichtiger (Spötter würden sagen: prestigeträchtiger). Auf der sozialen Agenda der Unternehmen ist der Klimawandel vom 8. Platz im Jahr 2002 bis auf Rang vier vorgerückt. Behauptet zumindest eine Umfrage der RSM Erasmus University unter 200 großen europäischen Unternehmen. Auf Ökostrom ist deswegen trotzdem kaum ein Unternehmen umgestiegen. Öko klingt zwar gut, ist aber immer noch zu teuer, ist das häufigste Argument.
Dabei stimmt das inzwischen gar nicht mehr. Für viele Verbraucher lohnt sich der Umstieg, wie ein Preisvergleich der Berliner taz zeigt. Allerdings sind Einzelgänger im Nachteil. Während Singlehaushalte mit einem Ökostromtarif in neun Städten besser dastehen als mit dem Standardtarif des lokalen Stromanbieters, können Familien und WGs gleich in 14 Städten vom Wechsel profitieren. Damit hinter Ökostrom aber nicht gleichzeitig die vermeintlich umweltfreundliche Atomenergie steht, sollte man nur Anbietern vertrauen, die das Aktionsbündnis “Atomausstieg selber machen” empfiehlt, meint die taz. Im Moment sind das die Elektrizitätswerke Schönau, Naturstrom, Lichtblick und Greenpeace Energy. Deren Strom bekommt man in ganz Deutschland - garantiert atomstromfrei.


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