Juli
10
Die Maus on Tour
Gestern ist’s passiert. Bei irgendeiner furiosen Abfahrt (bei der Einfahrt nach Detmold habe ich meinen bisherigen Geschwindigkeitsrekord von 53 km/h aufgestellt) habe ich mein schickes gelbes Fähnchen verloren. Der ehrliche Finder möge sich bitte schnellstmöglich melden!
Die Suche nach Ersatz verlieft heute zunächst ergebnislos. Denn im Fahrradladen am Platze führten sie weder Fahnen noch Fahrradkarten. Eco-Sport und EGO-SPORT (ja, so heißt der Laden tatsächlich!) passen eben einfach nicht zusammen. Stattdessen fahre ich nun bis Willingen ein “Sendung mit der Maus”-Fähnchen spazieren (Foto folgt demnächst, fürchte ich).
Dafür ist die erste Etappe, der Besuch beim Detmolder Unternehmen Weidmüller vollauf geglückt (mehr dazu im nächsten Eintrag), sogar die Sonne hat sich kurz hervorgetraut. Und eine echte Premiere gab es auch: mein erstes Radio-Interview (für Radio Lippe). Ich habe mich wohl ein paar Mal etwas verhaspelt oder übelst gefränkelt, aber ansonsten habe ich es glaube ich ganz ordentlich gemacht.
Dann kamen die schlechten Nachrichten: Statt entspannte 20 Kilometer nach Paderborn zu fahren, musste ich eine 60 Kilometer lange Ausweichroute wählen (die andere war zu steil und stark befahren). Und die führte auch noch mitten durch die Gewitterfront. Jeder, der schon mal versucht hat, bei Platzregen jemanden nach dem Weg zu fragen, kann mein heutiges Schicksal nachempfinden.
Doch eine Feststellung habe ich auch schon gemacht: Die schönsten Momente ereignen sich oft, wenn man sich mal wieder ordentlich verfahren hat. Und dann statt an der Schnellstraße plötzlich am Lippesee entlangfährt oder durch den Schloßpark von Schloß Neuhaus kurvt. Gut wäre natürlich, wenn man in dem Moment schon wüsste, dass man irgendwann heil ankommt.
Zumindest das ist mir heute geglückt, wenn auch erst gegen 20 Uhr. In Paderborn gab es das erste Mal Probleme, den EcoRider unterzustellen. Aber ein Hotel-Manager trägt seinen Namen nicht umsonst. Ein kurzer Anruf beim Nachbarn, und jetzt steht mein Gefährt in der dortigen Carport-Werkstatt und stärkt sich für die morgige Tour nach Willingen. Der Tag endete aber immerhin wieder mit einem Lächeln, als der muskelbepackte Nachbar meine Tour kommentierte: “Da muss man ganz schön mutig sein, um sowas zu machen.” Tja.


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