Juli
02
Katzenwäsche
Das nennt man dann wohl Geschäftssinn. Da holzen die Chinesen konsequent die Wälder am Yangtze-Ufer ab, damit auch ja viel Schlamm gen Meer fließt. Und an der Mündung entwickelt sich dann aus der 618 erstmals aufgetauchten Sandbank Chongming ein hübsches Inselchen von 1.290 km² (1950 waren es noch 600 km²).
Und was machen die findigen Chinesen? Bauen einfach mal eine Stadt auf diese Insel. Ironischerweise soll Dongtan die erste nachhaltige Stadt der Welt werden, versorgt fast ausschließlich von erneuerbaren Energien wie Windkraft, Sonne und Biomasse. Auch bei der Wasserversorgung soll Dongtan autark sein. Von keinem Punkt der energieeffizienten und emissionsarmen Stadt wird man länger als sieben Minuten zu einer Bus- oder Tramhaltestelle brauchen.
Schon zur Expo 2010 im nahen Shanghai sollen dort 25.000 Menschen leben, bis 2040 werden eine halbe Million Einwohner angestrebt. Ein nicht ganz unwichtiges Projekt, schließlich will China in den nächsten 20 Jahren 400 neue Städte errichten.
Und weil Dongtan einfach nur “Oststrand” bedeutet, gibt es gleich noch ein wegweisendes Projekt dieses Namens, nahe der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Dort soll bis 2012 eine Hightech- und Ökosiedlung (genannt “U-Eco City”) für am Ende 250.000 Menschen entstehen. IT soll dort mit neuesten Umwelttechnologien verbunden werden - viel mehr wird noch nicht verraten.
Spötter mögen sagen, das sei alles auf dem Reisbrett entstanden, aber auch der alles verschlingende, schmutzende Raubtierkapitalismus will sich eben nicht länger im eigenen Dreck suhlen.


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