Juni
18
Kein schöner Land?
Kalkutta kenne ich schon. So gut, dass es mir neulich in dem Film „The Namesake“ deutlich vertrauter war als New York. Riga? Klar. Bihac? Auch schon gesehen. Montpellier? Blöde Frage.
Aber wie sieht’s wohl in Detmold, Mulfingen oder Zwingenberg aus? Eigentlich muss es doch einen Grund dafür geben, dass dort Menschen leben, oder? Franz Beckenbauer meint ja, dass dies ein wunderschönes Land sei, von oben. Ich will Deutschland aber nicht im Luxus-Hubschrauber erkunden, sondern auf Augenhöhe mit den Menschen. Na ja, eigentlich sogar noch darunter…
Aber was werden sie wohl denken, wenn ich mit meinem futuristischen Gefährt an ihrem geranienbestückten Fachwerkhäuschen vorbeifahre? Werden sie mich aufhalten und auf ein halbes Blech Streuselkuchen einladen? Werden die Kinder Seile über die Straße spannen und Wegezoll verlangen? Ich werde wohl kaum bonbonwerfend durch die Gassen gleiten, aber: Wird man mich beachten? Oder werde ich einfach nur durchrauschen?
Und wie werden mich die Autofahrer wahrnehmen? Werden sie mich so entgeistert anstarren, dass sie kurzerhand über mich drüberfahren? Werden sie mich schneiden, anhupen oder als Verkehrshindernis beschimpfen? Oder so fasziniert hinter mir herfahren, dass sie selbst den Verkehr aufhalten?
Bis jetzt habe ich noch keine Ahnung, wie anstrengend die Tour werden wird. Es soll ja um den sparsameren Umgang mit Ressourcen gehen – aber wie sparsam kann ich mit meinen eigenen Ressourcen umgehen? Wieviel Energie werde ich verbrennen – und wie sehr verbrennt mich die Sonne?
Trainiert habe ich schon ein bisschen. Mit dem Mountainbike. Wie man mit einem Fahrrad fährt, weiß ich, seit ich drei bin. Aber so ein außerirdisches Hybrid-Gefährt wie den EcoRider? Hoffentlich muss ich nicht rückwärts einparken…


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