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Tagesarchiv 18.06.2007


2007
Juni
18
von Maertl, in Kategorie Abseits der Straße, EcoRider

Kalkutta kenne ich schon. So gut, dass es mir neulich in dem Film „The Namesake“ deutlich vertrauter war als New York. Riga? Klar. Bihac? Auch schon gesehen. Montpellier? Blöde Frage.

Aber wie sieht’s wohl in Detmold, Mulfingen oder Zwingenberg aus? Eigentlich muss es doch einen Grund dafür geben, dass dort Menschen leben, oder? Franz Beckenbauer meint ja, dass dies ein wunderschönes Land sei, von oben. Ich will Deutschland aber nicht im Luxus-Hubschrauber erkunden, sondern auf Augenhöhe mit den Menschen. Na ja, eigentlich sogar noch darunter…

Aber was werden sie wohl denken, wenn ich mit meinem futuristischen Gefährt an ihrem geranienbestückten Fachwerkhäuschen vorbeifahre? Werden sie mich aufhalten und auf ein halbes Blech Streuselkuchen einladen? Werden die Kinder Seile über die Straße spannen und Wegezoll verlangen? Ich werde wohl kaum bonbonwerfend durch die Gassen gleiten, aber: Wird man mich beachten? Oder werde ich einfach nur durchrauschen?

Und wie werden mich die Autofahrer wahrnehmen? Werden sie mich so entgeistert anstarren, dass sie kurzerhand über mich drüberfahren? Werden sie mich schneiden, anhupen oder als Verkehrshindernis beschimpfen? Oder so fasziniert hinter mir herfahren, dass sie selbst den Verkehr aufhalten?

Bis jetzt habe ich noch keine Ahnung, wie anstrengend die Tour werden wird. Es soll ja um den sparsameren Umgang mit Ressourcen gehen – aber wie sparsam kann ich mit meinen eigenen Ressourcen umgehen? Wieviel Energie werde ich verbrennen – und wie sehr verbrennt mich die Sonne?

Trainiert habe ich schon ein bisschen. Mit dem Mountainbike. Wie man mit einem Fahrrad fährt, weiß ich, seit ich drei bin. Aber so ein außerirdisches Hybrid-Gefährt wie den EcoRider? Hoffentlich muss ich nicht rückwärts einparken…

von Maertl, in Kategorie Abseits der Straße, Allgemein

So ein Anruf kann einem schon gewaltig das Gehirn verschwurbeln. Da sitze ich gerade gemütlich in den Redaktionsräumen der taz in Berlin, schreibe über einen aus einer oberpfälzer Fußgängerzone verwiesenen Bettler und Gewaltvideos auf Mobiltelefonen - und plötzlich vibriert es. Erst in der Hosentasche, wenig später auch in meinem Gehirn.

Rainer ist dran, von dem ich beim kicker Sportmagazin gelernt habe, wie man bizarre Namen von Oberliga-Spielern buchstabiert. Ob ich denn von Juni bis September Zeit hätte? Na ja, eigentlich bin ich ja dieses Semester von der Uni beurlaubt, weil ich erst ein Praktikum bei der taz und dann im Juni auch noch eins bei der dpa mache. Außerdem wollte ich endlich mal ganz viel Zeit haben, für das Feuilleton der Nürnberger Nachrichten zu schreiben. Aber worum geht’s denn überhaupt?

Ob ich gerne Fahrrad fahre? Ja, durchaus. Gerne, oft und exzessiv. Auch mit einem Liegefahrrad? Noch nicht ausprobiert, aber wenigstens schmerzt da der Hintern nicht so sehr. Und bei Unwettern muss ich mich nicht als Regenwichtel verkleiden.

Ob ich Sun Microsystems kenne? Hmm, die stellen doch Server her, für Rechenzentren, oder? Aber frag mich jetzt bitte nicht, wie diese Dinger genau funktionieren. Ach, das muss ich gar nicht wissen? Weil ich erst entdecken soll, mit welchen Methoden man Energie sparen kann? Nichts lieber als das!

Aber wenn ich dann so für Sun Microsystems durch Deutschland fahre, verkaufe ich mich dann nicht irgendwie und bin nur noch das ferngesteuerte Sun-Werbemaskottchen? Das ein Tischchen aufbaut, Sun-Flyer verteilt und alle demonstrativ wegsehenden Passanten von Sun-Produkten überzeugen soll? Am Ende auch noch in knallgrünen Radlerhosen?

Nein, Glück gehabt. Sun will vor allem auf Alternativen bei der Stromerzeugung und Möglichkeiten zum Energiesparen hinweisen. Durch den Besuch von innovativen Projekten, die meist gar nicht direkt mit Sun in Verbindung stehen. Und schreiben kann ich sowieso, wie mir die Finger gewachsen sind. Gerne auch mal launisch. Juhu, das ist genau mein Ding!

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